P8: Auswirkung des zunehmenden Einsatzes von Verbundbaustoffen auf den Planungs- und Bauprozess sowie die Baulogistik

 
Auswirkung des zunehmenden Einsatzes von Verbundbaustoffen auf den Planungs- und Bauprozess sowie die Baulogistik
Auswirkung des zunehmenden Einsatzes von Verbundbaustoffen auf den Planungs- und Bauprozess sowie die Baulogistik

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Sebastian Halfmann

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Der Verbundwerkstoff Stahlbeton stellt seit Jahrzehnten einen der bedeutendsten Werkstoffe im Bauwesen dar. Das bewährte Verbundprinzip aus Stahl zur Aufnahme der Zugkräfte und aus Beton zur Aufnahme von Druckbelastungen hat dabei nur geringfügige Optimierungen erfahren. Forschungsergebnisse der letzten Jahre haben jedoch gezeigt, dass sich die für eine Stahlarmierung zur Vermeidung der Korrosion erforderliche Mindestbetondeckung von 2 - 4 cm durch den Einsatz von korrosionsunempfindlichen Hochleistungsfasern aus Carbon oder Polymeren deutlich reduzieren lässt. Etwaige daraus resultierende Vorteile sind Material- sowie Energieeinsparungen während des Produktionsprozesses, zusätzlicher Raumgewinn durch filigran ausführbare Bauteile sowie eine geringere Rissausbildung im Bereich der Bauteiloberflächen.

  Verbunddeckenauflager, Planauszug Urheberrecht: LBP, FH Münster Verbunddeckenauflager, Planauszug

Doch auch abseits klassischer Rohbauverfahren halten Verbundwerkstoffe, beispielsweise in Form von Hybridbauteilen, Einzug in die Baupraxis. So sind etwa, alternativ zu Geschossdecken aus Elementdecken mit Aufbeton, Ausführungen in Form von Hybridbauteilen durch die innovative Kombination von Holz, Stahl und Beton als Verbundwerkstoff auch bei großen Gebäudekomplexen zu beobachten. Sie fungieren durch die Verwendung des natürlichen Rohstoffs Holz nicht nur als Kohlenstoffspeicher, sondern eröffnen gleichzeitig gestalterische Freiräume und können sich zudem positiv auf Bauzeiten auswirken.

 

Im Rahmen des Promotionsvorhabens, das am Lehr- und Forschungsgebiet Baubetrieb/Projektmanagement der FH Münster durchgeführt wird, sollen daher die Herstellungs- und Einbauprozesse wichtiger Verbundbaustoffe anhand ausgewählter Beispielprojekte und in direkter Kooperation mit Partnern aus der Praxis analysiert und mit den Herstellungs- und Einbauprozessen konventioneller Baustoffe verglichen werden. Daraus werden die unterschiedlichen Anspruchsgrundlagen im Hinblick auf die damit einhergehenden Prozesse identifiziert und vor dem Hintergrund der notwendigen Ressourcen Material, Energie, und Personal bewertet. Im nächsten Schritt lassen sich so weitere Auswirkungen auf den Planungsprozess sowie die Baulogistik ableiten. Im Anschluss an die Analyse werden Optimierungspotenziale aufgedeckt und die gewonnenen Erkenntnisse im Nachgang zu einer Entscheidungshilfe zur Baustoff- bzw. Bauteilwahl weiterverarbeitet.

 
Verbunddeckenauflager während des Produktionsprozesses Urheberrecht: LBP, Münster Verbunddeckenauflager während des Produktionsprozesses